Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Meisterprüfung: Charakterstika, Motive und berufliche Auswirkungen von PrüfungsteilnehmerInnen

Von:
Gruber, Benjamin; ibw, Österreich
Schmid, Kurt; ibw, Österreich

Session: Papersession P3
Zeit: Donnerstag, 7.7.2016, 11:30 - 13:30
Ort: MAW-GRS
Typ: Paper
Stichworte: Meisterprüfung; Motive, Charakteristika, beruflicher Outcome

Die Meisterprüfung ist eine lang etablierte berufliche formale Höherqualifizierung. InhaberInnen eines Meisterzertifikates können nicht nur Aufgaben ihres Fachbereiches auf sehr hohem professionellem Niveau selbstständig und letztverantwortlich durchführen, sie sind auch berechtigt, ein Unternehmen zu gründen und Lehrlinge auszubilden. Die erfolgreiche Ablegung der Meisterprüfung ist zudem Bedingung für die Selbstständigkeit im jeweiligen Handwerk.

Bislang gab es nur rudimentäre Informationen über jene Personen, die eine Meisterprüfung ablegen. So stellt die WKO-Meisterprüfungsstatistik lediglich Informationen zur Anzahl der PrüfungsteilnehmerInnen in den fünf Modulen (differenziert nach Geschlecht und Bundesland) bereit. Weitergehende Informationen – bspw. zu Erwerbstatus, Gender-, Alters- und Regionalaspekte – sind nur grob näherungsweise im Mikrozensus enthalten. Anhand einer aktuellen Primärerhebung liegen nunmehr erstmals fundierte empirische Informationen vor. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen österreichweiten postalischen Befragung von PrüfungsabsolventInnen der Jahre 2011, 2012 und 2013, die im Oktober/November 2015 durchgeführt wurde. Dadurch ist es auch möglich, die Auswirkungen der Ablegung der Meisterprüfung auf die weitere Erwerbskarriere der Personen darzustellen und zu analysieren. 705 Personen haben an der Befragung teilgenommen (Rücklaufquote 14,6%) und u.a. retrospektive Angaben zu Vorbildungs- und Erwerbsverläufe gemacht.

Der Beitrag präsentiert die Highlights dieser aktuellen Befragung zu Motiven für die Ablegung einer Meisterprüfung und den anschließenden beruflichen Werdegang. Zudem wurden vielfältige Informationen zu sozio-ökonomischen Merkmalen/Charakteristika der AbsolventInnen einer Meisterprüfung – insbesondere deren Vorbildung und Berufslaufbahn vor Ablegung der Meisterprüfung – erhoben. Nicht zuletzt auch wie weiterbildungsaktiv diese Personengruppe ist. Das Ausmaß an Facheinschlägigkeit und Berufserfahrung der Prüflinge ist insofern interessant, als zum Antritt keine gesetzlich verpflichtenden Vorbildungen vorgeschrieben sind. Es gibt lediglich eine Altersuntergrenze (vollendetes 18. Lebensjahr). Spannend sind auch Inanspruchnahme von Vorbereitungskursen und die Zufriedenheit mit diesen sowie deren Einfluss auf die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Prüfungsantritts.

Der Beitrag fokussiert auf die Auswirkungen erfolgreich bestandener Prüfungen für den weiteren Erwerbsverlauf. Von besonderem Interesse ist dabei, in wie weit damit selbstständige Erwerbstätigkeit / Unternehmenstätigkeit begründet wird und von welchen Faktoren (bspw. individuelle Charakteristika, Region, Branche, facheinschlägige Vorbildung sowie Berufserfahrung, Motive für Ablegung der Prüfung) dies gegebenenfalls abhängt. In wie weit konnten die Erwartungen vor Ablegen der Prüfung schlussendlich realisiert werden? Wie haben sich berufliche Positionen sowie das Einkommen verändert? Entsprechende multivariate Auswertungen werden durchgeführt.

Literatur:

Außer der WKO-Meisterprüfungsstatistik (WKO 2014: PRÜFUNGSSTATISTIK 2014; http://wko.at/statistik/Meisterpruefung/Meisterpruefung2014.pdf) gibt es keine empirischen Informationen zu Charakteristika der Meister, ihrer Vorbildung, ihrer Erwerbslaufbahn vor und nach der Meisterprüfung.



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