Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Früher Schulabgang und die Transition von Bildung in Beschäftigung. Eine Typologie der nationalen Übergangsstrukturen in Europa

Von:
Lindinger, Korinna; Institut für Kinderrechte und Elternbildung, Österreich
Moser, Winfried; Institut für Kinderrechte und Elternbildung, Österreich

Session: Papersession P2
Zeit: Donnerstag, 7.7.2016, 11:30 - 13:30
Ort: FH-SKF
Typ: Paper
Stichworte: Früher Schulabgang, Europäischer Vergleich, Übergang Bildung Beschäftigung, School-to-Work-Transition, Typologie

Früher Schulabgang und die Transition von Bildung in Beschäftigung

Eine Typologie der nationalen Übergangsstrukturen in Europa

Der Beitrag berichtete zentrale Ergebnisse der Studie „Lost in Transition? Makrostrukturelle Voraussetzungen für ESL- und NEET-Raten in europäischen Staaten“ (Moser und Lindinger 2014), die sich u.a. mit strukturellen Erklärungsfaktoren für die europaweit sehr unterschiedlichen Anteile früher SchulabgängerInnen (ESL) im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkteinstieg beschäftigt. In Österreich verlässt ein vergleichsweise geringer Teil junger Erwachsener das Bildungssystem ohne mindestens einen „mittleren Bildungsabschluss“ (ISCED 3-lang) erworben zu haben. Im Berichtszeitraum 2004 bis 2011 lag die österreichische ESL-Rate zwischen 8,3 und 10,7 Prozent – Tendenz (weiter) sinkend. In Europa lag sie zwischen 4 (Slowenien) und 40 Prozent (Portugal). Diese große Varianz indiziert die Notwendigkeit einer makrostrukturellen Betrachtung.

Der Qualifikationsprozess der im Rahmen der Bildungsangebote auf Sekundarstufe II bzw. auf ISCED 3-Level stattfindet definiert, ob Personen frühe SchulabgängerInnen werden oder nicht. Der Handlungsrahmen, den junge Menschen hier vorfinden ist historisch gewachsen, politisch geformt und institutionell manifestiert: das Angebot an Bildungswegen und die Zugänge zu diesen ebenso wie Einstiegsbedingungen in die Arbeitswelt. Diese Handlungsrahmen, hier auch als „Transitionsstrukturen“ bezeichnet, bestimmen wesentlich mit, ob und welche weiteren Bildungsaktivitäten erfolgversprechend und „sinnvoll“ sind. Junge Menschen sind in Europa mit national sehr unterschiedlichen Transitionsstrukturen konfrontiert. Diese können in ähnlichere und weniger ähnliche Transitionssysteme gruppiert werden.

Auf Basis einer umfangreichen Literaturanalyse sowie Sekundärauswertungen von Labour-Force-Survey- und OECD-Daten des letzten Jahrzehnts kann gezeigt werden, dass die Höhe nationaler ESL-Raten maßgeblich durch diese „Transitionssysteme“ beeinflusst wird. Hierfür wurde eine Typologie der Übergangsstrukturen von Bildung und Beschäftigung in Bezug auf frühen Schulabgang entwickelt. Dabei wurde Bezug genommen auf etablierte Zuordnungen europäischer Länder zu Wohlfahrtsregimen (Esping-Andersen 1998), darauf aufbauende Analysen von Bildungsstrukturen (Busemeyer 2014) und bestehende Klassifikationen von Transitionsstrukturen (Müller und Shavit 1998; Marsden 1999; Gangl 2003; Brzinsky-Fay 2007; Saar, Unt und Kogan 2008; Buchmann und Kriesi 2011). Die im Rahmen der Studie vorgeschlagene Transitionstypologie umfasst im Gegensatz zu den genannten west- und osteuropäische Staaten gemeinsam. Zentrale Dimensionen nationaler Transitionsstrukturen sind neben der Arbeitsmarktorganisation und -regulation, die Berufsspezifität der Bildungssysteme und die Signalwirkung entsprechender Zertifikate – auch Ausdruck der Kopplung von Bildung und Arbeitsmarkt – sowie Jugendarbeitsmarktpolitiken. Ergebnisse und Zuordnungen wurden im Rahmen von Fallstudien in ExpertInneninterviews validiert und das Wissen um die länderspezifischen Transitionssysteme vertieft.

Ziel solcher Typologien ist es, Komplexität auf inhaltlich interpretierbare Dimensionen zu reduzieren, um Unterschiede und Zusammenhänge besser verstehbar zu machen. Potentiale und Problemlagen der vorgestellten Transitionstypologie werden im Rahmen des Beitrags kritisch reflektiert.



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