Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Berufsgestaltung in Zukunftsbranchen – eine Herausforderung

Von:
Conein, Stephanie; Bundesinstitut für Berufsbildung, Deutschland
Schwarz, Henrik; Bundesinstitut für Berufsbildung, Deutschland

Session: Papersession P7
Zeit: Freitag, 8.7.2016, 10:30 - 12:00
Ort: MAW-GRS
Typ: Paper
Stichworte: IT-Berufe, Ausbildung, Evaluierung, Novellierung, Durchlässigkeit

Einleitung

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung aller Wirtschafts- und Lebensbereiche beeinflusst die Nachfrage nach IT-Qualifikationen in nahezu allen Branchen. Der IT-Sektor selber zeichnet sich zudem durch ein Wachstum an Umsatz und Arbeitskräften aus. Dies führt zu einem anhaltend großen Fachkräftebedarf im IT-Bereich (Statistisches Bundesamt, 2015; BiBB 2015).

Fragestellung

Seit ihrer Einführung 1997 erfreuen sich die vier deutschen IT-Ausbildungsberufe (Fachinformatiker/in, IT-Systemelektroniker/in, IT-Systemkaufmann/-frau, Informatikkaufmann/-frau) großer Beliebtheit, 15.000 Ausbildungsverträge werden durchschnittlich jedes Jahr abgeschlossen. Trotz dieser positiven Verhältnisse steht die IT-Ausbildung vor großen Herausforderungen:

Die rasanten technische Entwicklungen im Bereich der Hard- und Software, der Datenspeicherung, Datenübertragung und IT-Sicherheit und neue Integrationsansätze und Schnittstellen zwischen Informationstechnik, Produktionstechnik und Arbeit führen zu neuen, zum Teil sehr komplexen und domänenübergreifenden Anforderungen an die IT-Fachkräfte. Zu beobachten ist eine Spezialisierung und Professionalisierung bei Berufen und Branchen der Informations- und Kommunikationstechnik mit der Folge, dass Schnittstellenkompetenzen zwischen den Bereichen Informatik, Betriebswirtschaft, Kommunikation und Mediengestaltung an Bedeutung gewinnen.

Durch die weiter oben erwähnte anhaltend große Nachfrage nach Fachkräften stehen die Ausbildungsgänge zudem vor der Aufgabe, sich neuen Zielgruppen zu öffnen und diese für eine IT-Ausbildung zu gewinnen. Ein Beispiel dafür ist die Gruppe der Frauen, deren Anteil über alle IT-Berufe hinweg bei unter zehn Prozent liegt.

Der Vortrag stellt dar, wie Berufe in einer von extrem starken Innovationen geprägten Branche wie der IT-Branche konzipiert sein müssen, um einerseits die notwendige Offenheit zu besitzen, die es ermöglicht, die immer wieder neue Inhalte zu integrieren, und andererseits eine solide Grundlage an fachlichen sozialen und personalen Kompetenzen zu vermitteln. Im Fokus stehen die Themenbereiche: Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen, Ausbildungsordnung, Rahmenlehrplan und Anschlüsse.

Datengrundlage und Methodik

Im März 2015 erging an das Bundesinstitut für Berufsbildung die Weisung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) zur Prüfung des Novellierungsbedarfs der bestehenden IT-Ausbildungsberufe. Zentrale Themenbereiche sind dabei insbesondere die Anforderungsprofile, die Inhalte, die Struktur und Gestaltung der Berufe sowie Fragen der Fortbildung und der Durchlässigkeit. Alle Fragekomplexe sollen nicht nur im Hinblick auf den Status Quo sondern vor allem auch im Hinblick auf zukünftige Anforderungen und Tätigkeitsprofile bearbeitet werden.

Die Untersuchung zur Prüfung des Novellierungsbedarfs folgt einem dreischrittigen Design, welches aus einer explorativen Phase, einer Phase mit qualitativen Erhebungen und einer quantitativen Phase besteht (vgl. Conein/Schwarz 2015).

Eine erste, explorative Phase dient der Sondierung des Feldes und der Vorbereitung des Feldzuganges. Neben umfassenden Dokumentenanalysen werden Interviews mit Ausbildungsverantwortlichen, Auszubildenden und Vertretern von Industrie- und Handelskammern geführt.

Im Rahmen einer sich anschließenden qualitativen Phase werden in 10 ausgewählten Betrieben Auszubildende, Ausbildungsverantwortliche, Personalverantwortliche sowie Führungskräfte in Leitfaden gestützten ExpertInneninterviews befragt. Zudem erfolgen je drei weitere Interviews mit BranchenexpertInnen, Lehrkräften und VertreterInnen aus Industrie- und Handelskammern.

An zwei Standorten erfolgt an vier Tagen die nicht-teilnehmende Beobachtung von Abschlussprüfungen in allen vier IT-Ausbildungsberufen.

Die Ergebnisse aus der qualitativen Phase dienen in der dritten Phase als Grundlage für repräsentative, quantitative Online-Befragungen, die sich erneut an Auszubildende, Ausbildungsverantwortliche, Personalverantwortliche sowie Führungskräfte richten.

Der Vortrag stützt sich auf die Ergebnisse der Auswertung der aus den verschiedenen Untersuchungsphasen gewonnen Daten, die zum Zeitpunkt der Konferenz soweit fortgeschritten sein wird, dass valide Aussagen zur oben benannten Fragestellung getroffen werden können und umrissen werden kann, wie Berufe im Spannungsfeld zwischen Innovationsoffenheit und Vermittlung grundlegender fachlicher, soziale und personaler Kompetenzen gestaltet werden können.

Quellen:

Conein, Stephanie; Schwarz, Henrik: IT-Berufe auf dem Prüfstand. In: BWP. Heft 6/2015, S. 58-59

Hall, Anja et al.: IT-Berufe und IT-Kompetenzen in der Industrie 4.0. Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), Bonn 2015 – URL: https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/download/id/7833 (Zugriff am 19.01.2016)

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 456 vom 09.12.2015 - URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/12/PD15456474.html (Zugriff am 19.01.2016)



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