Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Thematisches Forum

Rekrutierungsstrategien in der Lehrlingsausbildung

Von:
Lietzmann, Anja; k.o.s GmbH (plc), Deutschland
Löffler, Roland; öibf Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung

Session: Thematisches Forum F3
Zeit: Donnerstag, 7.7.2016, 15:00 - 16:30
Ort: FH-SNP
Typ: Thematisches Forum
Stichworte: Lehrlingsausbildung, Rekrutierung, Unterstützung für Unternehmen

Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen zu einem ernsthaften unternehmerischen Problem geworden Dies gilt im Besonderen für Deutschland, ist aber auch bereits in einigen Branchen der österreichischen Wirtschaft spürbar. Auf der Suche nach Lösungen unterschätzen Unternehmen häufig einen Weg, der eine solide Basis für ihre Zukunft legen könnte: betriebliche Ausbildung. Die Vorteile, die für die Ausbildung von jungen, aufgeschlossenen Menschen zu Fachkräften sprechen, sind zahlreich. Selten gab es so viele Gründe wie heute, auf Ausbildung zu setzen. Das gilt für die Unternehmen ebenso wie für die Jugendlichen und die Gesellschaft insgesamt – Ausbildung nützt allen.

Für eine immer größer werdende Zahl an Ausbildungsbetrieben ist daher heute eine Frage von besonderer Dringlichkeit: Wie gewinne ich erfolgreich Jugendliche und junge Erwachsene, die in meinem Betrieb eine Lehre absolvieren wollen? Die Zeiten, in denen sich v.a. kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Auszubildenden aussuchen konnten, sind vorbei. In Zeiten von demografischem Wandel und Bildungsexpansion hat der Wettbewerb von Betrieben um geeignete Ausbildungsplatz-Bewerber/-innen längst begonnen. Um hier bestehen zu können, müssen Unternehmen auch Wege zur Rekrutierung von Lehrlingen modernisieren.

Heutzutage gewinnen Rekrutierungsstrategien, denen es gelingt, mit sinkenden Bewerberzahlen, aber auch mit neuen, ggf. schwierigeren Bewerbertypen umzugehen. Unternehmen, die frische Wege der Ansprache Jugendlicher finden und besser über Ausbildungsmöglichkeiten informieren haben dabei ebenso die Nase vorn wie Betriebe, die sich für neue Bewerbergruppen öffnen und Kandidatinnen und Kandidaten frühzeitig an das Unternehmen binden. Die gute Planung der einzelnen Rekrutierungs-Maßnahmen und ihr abgestimmt-strategischer Einsatz sind die Voraussetzung für den Erfolg. Dabei benötigen v.a. Klein- und Mittelbetriebe Unterstützung.

Das Forum setzt sich das Ziel, wesentliche Aspekte und Konsequenzen, die in Zusammenhang mit der Rekrutierung in der Lehrlingsausbildung stehen, vorzustellen. Der Fokus liegt auf der Darstellung und Diskussion konkrete Lösungswege in Form von Strategien, Instrumenten und best-practice-Beispielen aus dem österreichischen und internationalen Kontext. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen auf dem Podium und mit dem Publikum diskutiert werden:
- Was sind Motive und Nutzen von betrieblicher Ausbildung für verschiedene Akteure?
- Welche Hemmnisse stehen betrieblicher Ausbildung aktuell entgegen, und welche Rolle spielen hierbei unzureichende Rekrutierungspraktiken?
- Wie können unbesetzte Ausbildungsplätze durch moderne und effiziente Rekrutierungspraktiken vermieden werden?
- Wie können Ausbildungsabbrüche durch moderne und effiziente Rekrutierungspraktiken vermieden werden?
- Worauf kommt es heute bei der Lehrlings-Rekrutierung besonders an?
- Welche Rekrutierungsinstrumente sind geeignet, und weshalb?

Diesen Fragestellungen ist ein u.a. auch ein internationales Projekt im Rahmen des EU-Programms ERASMUS+ gewidmet, „Ausbildung am Start“ (StartApp). Das Projekt entwickelte ein Rekrutierungsmodell, das den aktuellen Herausforderungen am Ausbildungsmarkt gerecht wird und neue Lösungen und Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen aufzeigt. Ausgehend von den unterschiedlichen Motivlagen für Ausbildungsbetriebe, bietet es innerhalb von fünf Rekrutierungsphasen Strategien und Instrumente, die v.a. kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung ihrer Rekrutierungsbemühungen bieten. An dem Projekt StartApp nehmen Akteure aus Deutschland, Österreich, Polen und Griechenland teil.

Die Ergebnisse des internationalen Projektes werden österreichischen Befunden und Erfahrungen gegenübergestellt und mit PraktikerInnen aus der beruflichen Bildung diskutiert.

Ablauf des Forums:

Impulsreferate:

Roland Löffler, BA (öibf): Motive für Lehrlingsausbildung

Dr. Anja Lietzmann (k.o.s. GmbH): Das Rekrutierungsmodell Start App

Marcus Braunert (ABB Trainings Center, Heidelberg) Anreize für die Aufnahme einer Berufsausbildung in gewerblich-technischen Berufen u.a. Mädchen in technische Berufe

Petra Spuller (Jugend am Werk): Betriebe als Partner in der zwischen- und überbetrieblichen Berufsausbildung

Podium: Roland Löffler (Moderation), Anja Lietzmann, Margrit Zauner (Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Berlin), Marcus Braunert (ABB), Petra Spuller

Dauer der Referate jeweils max. 10 Minuten.

Anschließend Podiumsrunden und Publikumsdiskussion

Literatur:

Gaubitsch, Reinhold/Luger, Michael. Zum Fachkräftemangel in Österreich. Wien: AMS 2011.

Zimmermann, Klaus F. Reflexionen zur Zukunft der Arbeit. IZA-Standpunkte 56 (April 2013). Bonn: Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 2013.

Frick, Georg u.a. Lehrlingsausbildung - Angebot und Nachfrage. Wien: AMS 2015.

Dornmayr, Helmut/Löffler, Roland. Bericht zur Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich 2012/2013. Wien: bmwfw 2014.



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