Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Connect2Learn - Begegnungen mit Menschen mit Fluchterfahrung im Kontext der Berufsbildung

Von:
Auferbauer, Martin; PH Steiermark, Österreich
Pongratz, Hanns Jörg; PH Steiermark, Österreich
Pichler, Ernst; PH Steiermark, Österreich
Gaßner, Sandra; PH Steiermark, Österreich

Session: Papersession P3b/4
Zeit: Freitag, 6.7.2018, 12:00 - 13:00
Ort: Fachhochschule - Seminarraum LeitnerLeitner + Seminarraum OÖNachrichten im 3. Stock
Typ: Paper
Stichworte: Berufsbildung, Asyl, Flucht, Migration, Diversität

Die Pädagogische Hochschule Steiermark versucht – wie zahlreiche andere Bildungseinrichtungen auch – im Rahmen der Initiative Connect2Learn einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Fluchterfahrung und zur Thematisierung der damit verbundenen Herausforderungen zu leisten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass das formale Bildungssystem (und hier besonders der Bereich der Berufsbildung) massiv durch die Tatsache der Migration betroffen ist und die in die Bildungsinstitutionen „eingelagerten Normalitätskonstruktionen“ (Mecheril & Oberlechner 2016, S. 153) dadurch bisweilen erschüttert werden. Angehende Pädagog_innen sollen daher möglichst früh Begegnungen und Erfahrungsmöglichkeiten mit diesen für sie zumeist völlig fremden Personen und ihren erhalten, um einen Einblick in die jeweiligen Lebenssituationen zu gewinnen(Auferbauer & Pongratz 2017).

Die Initiative Connect2Learn besteht seit 2015 und umfasst mittlerweile mehr als zwanzig unterschiedliche Aktivitäten, die in Zusammenarbeit mit der Caritas Steiermark, der Stadt Graz und den Kinderfreunden Graz durchgeführt und von inzwischen mehr als zwanzig Lehrenden und zahlreichen Studierenden der PH Steiermark getragen werden (vgl. Pichler & Pongratz 2017). Kürzestmöglich beschrieben liegt das Ziel der Bemühungen darin, interkulturelle Begegnungen auf vielfache Weise zum Nutzen aller Beteiligten zu ermöglichen. Zusätzlich zu den einzelnen Aktivitäten gibt es regelmäßige Treffen der durchführenden Beteiligten, die dem laufenden Austausch von Erfahrungen dienen und in denen in den vergangenen beiden Jahren jeweils ein Aktionstag organsiert wurde, um Pädagog_innen sowie weiteren Interessierte die Vielschichtigkeit des Themas zu eröffnen.

Der Fokus der Aktivitäten liegt dabei auf Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, da für diese Gruppe bis dato generell wenig Bildungs- und Begegnungsangebote bereitgehalten werden. Gleichzeitig haben Lehramtsstudierende (wie viele Teile der Bevölkerung) oftmals wenig bis keinen persönlichen Kontakt mit diesen Personen und beziehen ihre Informationen über deren Lebenswirklichkeiten nur aus Medien. Vorrangiges Ziel ist es, Annäherungen zu schaffen, die Studierende befähigen, künftig mit Diversität adäquat umgehen zu können. Dazu sollen Annäherungen und Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden, die über den Hochschulkontext hinausreichen – etwa in Berufsschulen, Übergangsklassen oder Offenem Lernen. Ein wesentliches Charakteristikum der Initiative findet sich in der Tatsache, dass viele einzelne Personen in ihren unterschiedlichen pädagogischen Arbeitsbereichen aktiv sind, und dies wiederum eine Vielfalt von pädagogisch-didaktischen möglichen Handlungsfeldern aufzeigt. Im Rahmen des geplanten Beitrags möchten wir auf die Aktivitäten im berufspädagogischen Feld fokussieren und die bislang im Rahmen der Initiative gemachten Erfahrungen – Chancen aber auch Herausforderungen und Grenzen der Kooperationen – darstellen. Die Spanne reicht dabei von kurzen Begegnungen wie etwa dem Refugees Day an steirischen Berufsschulen (Berghold 2017) oder Interkulturellen Kochworkshops (Krausneker et al. 2017) bis zu länger andauernden Bildungssettings wie Nigthingale Bildungsmentoring (Mats 2017), Vorbereitungskurse für eine Lehre im Tourismus (Taylor et al. 2017) und den regulären Besuch von dualer Ausbildung durch Jugendliche mit Fluchterfahrung (Moser et al. 2017).

Auferbauer, M. & Pongratz, H. J. (2017). Zwischen Angst und Solidarität. Soziologische Aspekte zur Flüchtlingssituation in Österreich. In: E. Pichler & H. J. Pongratz (Hrsg.), Refugees connected2learn. Integration von Geflüchteten – Umgang mit Diversität im pädagogischen Kontext (S. 21–39). Graz: Leykam.

Berghold, A. (2017). Refugees Day an steirischen Berufsschulen. In: E. Pichler & H. J. Pongratz (Hrsg.), Refugees connected2learn. Integration von Geflüchteten – Umgang mit Diversität im pädagogischen Kontext (S. 328–339). Graz: Leykam.

Mecheril, P. & Oberlechner, M. (2016). Migration bildet. Anforderungen an pädagogisches Handeln. In: S. Kronberger, C. Kühberger & M. Oberlechner (Hrsg.). Diversitätskategorien in der Lehramtsausbildung. Ein Handbuch. (S.153-166). Wien: Studienverlag

Moser, F., Pucher, A. Rossegger, N. & Pongratz, H. J. (2017). Gelungene Integration jugendlicher Flüchtlinge in der Lehre. Chancen für die steirische Wirtschaft – Integration durch Begegnungen Erwartungen und Erfahrungen jugendlicher Flüchtlinge. In: E. Pichler & H. J. Pongratz (Hrsg.), Refugees connected2learn. Integration von Geflüchteten – Umgang mit Diversität im pädagogischen Kontext (S. 70–84). Graz: Leykam.



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