Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Was assoziieren Erwachsene mit Wirtschaft und verstehen sie sich – nicht zuletzt in der Ausübung ihres Berufs – als Wirtschaftsteilnehmer/innen?

Von:
Fuhrmann, Bettina; Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Session: Papersession P3a/5
Zeit: Freitag, 6.7.2018, 10:45 - 11:45
Ort: Museum Arbeitswelt - Mittlerer Saal
Typ: Paper
Stichworte: ökonomische Bildung, Wirtschaftsverständnis

Ökonomische Bildung ist nicht nur im Kontext beruflicher Bildung von Bedeutung, sondern es ist mittlerweile auch weitgehend unumstritten, dass sie ebenso als ein Teilbereich von Allgemeinbildung ist (vgl. z. B. Albers, 1988; May, 2011; Seeber, Retzmann, Remmele, & Jongebloed, 2012; Wuttke, 2008). Sowohl im Kontext von beruflicher wie auch von Allgemeinbildung zielt ökonomische Bildung darauf ab, dass Menschen die ökonomischen Aspekte ihres (beruflichen wie auch privaten) Lebens verstehen und darüber reflektieren können. Darüber hinaus sollen sie in ökonomisch geprägten Situationen wohl überlegte Entscheidungen treffen können, deren möglicher Auswirkungen auf ihre eigene Person, die Gesellschaft und Umwelt sie sich bewusst sind (Seeber, Retzmann, Remmele, & Jongebloed, 2012).

Zum Wirtschaftsverständnis und zu verschiedenen Facetten von ökonomischer Kompetenz von Jugendlichen liegen bereits empirische Befunde vor (Szoncsitz et al., 2017; Greimel-Fuhrmann, 2016). Diese werfen unter anderem die Frage auf, ob auch Erwachsene noch einen vergleichbaren Zugang zum Thema Wirtschaft haben oder ob sich – etwa bedingt durch Alter, Berufs- und Lebenserfahrung – andere Sichtweisen zu Wirtschaft und zum Handeln der Wirtschaftsteilnehmer entwickelt haben. Aus diesen Überlegungen lassen sich die folgenden Forschungsfragen ableiten: Was assoziieren Erwachsene spontan mit dem Begriff „Wirtschaft“? Was verstehen sie unter „Wirtschaft“? Verstehen sie sich – nicht zuletzt durch die Ausübung ihres Berufs – als Teil der Wirtschaft?

Zur Beantwortung dieser Fragen liegen Daten aus rund 270 qualitativen teilstrukturierten Interviews mit Erwachsenen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und aus verschiedenen Regionen und Berufsgruppen vor. Die Interviewdaten wurden mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse nach Mayring (1996) ausgewertet. Die Analyseergebnisse zeigen, dass die Erwachsenen zwar ähnliche Assoziationen mit dem Begriff „Wirtschaft“ haben wie Jugendliche, sie aber auch weitere Begriffe und Konzepte mit „Wirtschaft“ verbinden, wie etwa den Markt, die Versorgung mit Gütern und Begriffe wie Angebot und Nachfrage. Ihr eigenes berufliches Tun verstehen dennoch viele Befragte nicht als Teil des Wirtschaftsgeschehens, und sie thematisieren auch Fragen zu Wirtschaft, auf die sie gerne Antworten hätten.

Albers, H.-J. (1988). Ökonomische Bildung und Allgemeinbildung. In B. f. Ö. Bildung (Ed.), Ökonomische Bildung - Aufgabe für die Zukunft (pp. 1–15). Bergisch Gladbach: Hobein.

Greimel-Fuhrmann, B. (2016). "Wenn ich an Wirtschaft denke ..." - Was Jugendliche in der Sekundarstufe I über Wirtschaft denken und wissen. Wissenplus - Sonderausgabe Wissenschaft 34 (1), pp. 17-21.

May, H. (2011). Ökonomische Bildung als Allgemeinbildung. Aus Politik und Zeitgeschichte, 12(2011), 9–15.

Mayring, Ph. (1996). Einführung in die qualitative Sozialforschung, Weinheim: Beltz Psychologie Verlags Union

Seeber, G., Retzmann, T., Remmele, B., & Jongebloed, H.-C. (2012). Bildungsstandards der ökonomischen Allgemeinbildung. Kompetenzmodell–Aufgaben–Handlungsempfehlungen. Schwalbach/Ts: Wochenschau Verlag.

Szoncsitz, J., Günther, A., Greimel-Fuhrmann, B., Bank, V. (2017). Sind wir Naina? Vorstellungen, Wahrnehmungen und Erwartungen von Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe zur ökonomischen Bildung. Zeitschrift für ökonomische Bildung (6), pp. 29-61.

Wuttke, E. (2008). Zur Notwendigkeit der Integration ökonomischer Bildung in die Allgemeinbildung und in die Lehrerbildung. In D. Bolscho & K. Hauenschild (Eds.), Ökonomische Bildung mit Kindern und Jugendlichen (pp. 133-144). Frankfurt a. M: Peter Lang.



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