Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Orientierung im Kontext von Beruf und Arbeitswelt: allgemeine und berufsbildende Inhalte vorberuflicher Bildungsgänge an beruflichen Schulen. Ergebnisse einer Befragung von Lehrkräften an beruflichen Schulen im Handlungsfeld „Berufsorientierung“

Von:
Peinemann, Katharina; Universität Rostock, Deutschland

Session: Papersession P2/6
Zeit: Donnerstag, 5.7.2018, 16:00 - 17:00
Ort: Fachhochschule - Hörsaal ZKW im 3. Stock
Typ: Paper
Stichworte: Berufsorientierung, vorberufliche Bildung, Lehrerbildung

Die Berufswelt ist durch einen vielfältigen Wandel gekennzeichnet und geht mit den Veränderungen gesellschaftlicher sowie wirtschaftlicher Anforderungen einher (vgl. Georg 1993; Beck 2010). Die Bewältigung der steigenden Individualisierung und Flexibilisierung der eigenen (Aus)Bildungsbiographie ist Aufgabe von Schülerinnen und Schülern, womit die Bedeutung der beruflichen Orientierung wächst (vgl. Hurrelmann 2014; Sennett 2006). In diesem Prozess können Jugendliche auf personelle wie institutionelle Orientierungshilfen zurückgreifen, die Sie unter anderem in Bezug auf ihre Kenntnisse über die Berufswelt, als auch in der Reflexionsfähigkeit der eigenen Fähigkeiten unterstützen. An der ersten Schwelle, beim Übergang von der allgemeinen zur beruflichen Bildung entsteht eine durch das Bildungssystem gefordert Entscheidung seitens der Jugendlichen für oder gegen das Erlernen eines Berufes, einen weiteren Schulbesuch oder die Aufnahme eines Studiums (vgl. Bührmann/Wiethoff 2013; Benner/John 2011)

Forschungsgegenstand:

Wird diese Schwelle von den Jugendlichen nicht gemeistert, finden sich viele in den vorberuflichen Bildungsgängen des Übergangssystems wieder (vgl. Euler/Reemstma-Theis 2010). Unabhängig von den Gründen, welche die Aufnahme einer Ausbildung behindert haben, nimmt die berufliche Orientierung einen thematischen Schwerpunkt in diesen Bildungsgängen ein. Innerhalb der Berufsorientierung sind nicht ausschließlich berufliche Inhalte wie die spezifischen Anforderungen eines Berufsfelds relevant, auch die sozialen und personalen Kompetenzen der Jugendlichen sind ausschlaggebend für den positiven Übergang in den Arbeitsmarkt. Des Weiteren wird der Tätigkeitsbereich des Übergangssystems durch Studien und Forschungsarbeiten u.a. aufgrund der heterogenen Zielgruppe und der Zielsetzung der Bildungsmaßnahmen für die durchführenden Lehrkräfte als herausfordernd beschrieben (vgl. Bylinski 2009; Hecker 2015; Dreer 2013). Innerhalb der universitären Lehrerausbildung für berufliche Schulen wird dieser Bereich wenig thematisiert, hinzu kommt der Umstand, dass die Rahmenvorgaben der Bildungsgänge nur ein grobes Konzept und in den seltensten Fällen Lehrpläne vorgegeben. Daher stellen sich vor allem Fragen nach dem Umgang der eingesetzten Lehrkräfte mit den an Sie gestellten Anforderungen und nach der Ausgestaltung der Bildungsgänge.

Forschungsfragen:

Wie begegnen Lehrkräfte an beruflichen Schulen den Anforderungen innerhalb der vorberuflichen Bildungsgängen des Übergangssystems?

Welche beruflichen und allgemeinbildenden Inhalte werden in den Bildungsgängen aufgenommen?

Unterfragen:

Welche konkreten Anforderungen werden an die Lehrkräfte in den vorberuflichen Bildungsgängen des Übergangssystems gestellt?

Welchen Einfluss haben diese Anforderungen auf die Arbeit der Lehrkräfte?

Forschungsmethode:

Um die Forschungsfragen detailliert zu beantworten wurde ein Mixed Method Design innerhalb des qualitativen Forschungsparadigmas konzipiert (vgl. Brüsemeister 2000; Kelle 2014). Hierzu wurde in einer ersten Erhebung eine schriftliche Befragung der Lehrkräfte durchgeführt (vgl. Mummenday/Grau 2014; Hollenberg 2016). Ziel war es die in der Literatur genannten Anforderungen von den Befragten einschätzen zu lassen, sowie erste Hinweise auf Inhalte zu erhalten. In der zweiten Erhebung wurden ausgewählte Lehrkräfte durch ein halbstrukturiertes Experteninterview befragt (vgl. Kruse 2014), Ziel der zweiten Erhebung war es Ergebnisse der schriftlichen Befragung zu vertiefen, sowie die professionellen Strategien der Lehrkräfte abzubilden. Die Daten werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet (vgl. Mayring/Frenzl 2014). Die Befragtengruppe setzt sich aus Lehrkräften an beruflichen Schulen des Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zusammen, die in den vorberuflichen Bildungsgängen eingesetzt sind. Aktuell wurden 11 von 13 Schulen befragt, eine Vollerhebung des gesamten Bundeslandes wird angestrebt.

Erwartete Ergebnisse:

Im Kontext des Schwerpunktthemas der diesjährigen Berufsbildungskonferenz sollen relevante Teilergebnisse vorgestellt werden, die einen Einblick in die Inhalte der vorberuflichen Bildungsgänge geben. Es soll dargestellt werden, welche der genannten Inhalte der allgemeinen und welche der beruflichen Bildung zugesprochen werden und welche Veränderungen vorgenommen werden können um aktuellen Entwicklungen zu begegnen.



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