Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Paper

Nachhaltige Entwicklung als regulative Leitidee einer zukunftsorientierten Berufsbildung

Von:
Schütt, Sören; Uni Hamburg, Deutschland
Kuhlmeier, Werner; Uni Hamburg, Deutschland
Tiemeyer, Ernst; Tiemeyer Consulting, FOENKO

Session: Papersession P1/2
Zeit: Donnerstag, 5.7.2018, 11:00 - 12:30
Ort: Museum Arbeitswelt - Kleiner Saal
Typ: Paper
Stichworte: Berufsbildung, Bildung, Nachhaltige Entwicklung, Kompetenzen, Modellversuchsforschung

Eine der größten Herausforderungen zur Verringerung der globalen Probleme des übermäßigen Ressourcenverbrauchs und der ungleichen Chancen der Weltbevölkerung wird darin gesehen, die Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig umzubauen (vgl. WBGU 2011, S.5). Zur Umsetzung des Leitgedankens einer nachhaltigen Entwicklung wird Bildungsprozessen eine herausragende Bedeutung beigemessen. Die angestrebte ´große Transformation´ „verlangt nach neuen Formen der Bildung, um jene Fähigkeiten zu fördern, welche die Gesellschaft und die Wirtschaft heute und in Zukunft brauchen“ (vgl. UNESCO-KOMMISSION 2016, S.3). Damit erhält die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BnE) den Charakter einer regulativen Leitidee, der alle Bildungsbereiche – die Berufsbildung und die Allgemeinbildung – gleichermaßen verpflichtet sind.

Im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ setzt in Deutschland das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegenwärtig ein Förderprogramm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“ um, das eine strukturelle Verankerung der Nachhaltigkeitsidee im System der beruflichen Bildung zum Ziel hat. In diesem Förderprogramm werden domänenspezifische Konzepte zur nachhaltigkeitsorientierten Kompetenzentwicklung in kaufmännischen Berufen des Einzelhandels, des Groß- und Außenhandels sowie des Speditions- und Logistiksektors erarbeitet und erprobt. Das Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Hamburg hat als Wissenschaftliche Begleitung unter anderem den Auftrag, aus Erkenntnisse, die im Förderprogramm gewonnen werden, transferfähige Modelle für die Berufsbildungspraxis und die Curriculumentwicklung abzuleiten sowie mit Bezug auf modelltheoretische Ansätze zu begründen (u.a. STACHOWIAK 1973).

Ziel des Beitrags ist es, das in diesem Kontext entwickelte Modell einer an der Nachhaltigkeitsidee orientierten beruflichen Handlungskompetenz darzulegen und an einem praktischen Beispiel aus dem Projekt „Förderung der Nachhaltigkeitskompetenz in der Berufsausbildung im Einzelhandel (FOENAKO)“ zu illustrieren. Damit wird auch zur Diskussion gestellt, inwieweit Berufsbildung zur Lösung „epochaltypischer Schlüsselprobleme“ (KLAFKI 1996, S. 29) beitragen kann.

Literatur

KLAFKI, W. (1996): Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel.

STACHOWIAK, H. (1973): Allgemeine Modelltheorie. Wien.

UNESCO-KOMMISSION (2016): Bildung überdenken. Ein globales Gemeingut? Bern.

WBGU (2011): Hauptgutachten: Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation. Online: http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/jg2011/wbgu_jg2011.pdf. (07.01.2004).



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