BBFK 2020

WIE wollen
wir ARBEITEN?

Berufliches Lernen 
zwischen Tradition
und Transformation

7. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 9.-10.7.2018, Klagenfurt

Poster

Interregionale berufliche Bildung im Ostseeraum

Von:
Becker, Franka Marie; Universität Rostock, Deutschland

Session: Postersession
Zeit: Donnerstag, 5.7.2018, 13:00 - 14:00
Typ: Poster
Stichworte: Internationalisierung, internationale berufliche Bildung, Professionalisierung, ECVET, EQR

Bei dem Vorhaben „BBVET - Boosting business integration through joint VET” handelt es sich um ein wirtschaftspädagogisches transnationales Forschungs- und Entwicklungsprojekt, welches die berufliche Bildung im Ostseeraum internationalisiert. Das Projekt wird gefördert durch das INTERREG South Baltic Programme und ist in die Ostseestrategie der Europäischen Union (EUSBSR) eingebettet. Es fokussiert dabei die Region des südlichen Ostseeraumes, in dem in den letzten Jahren durch verschiedene Projekte sowie interregionale Zusammenarbeit der Wirtschaft, Politik, Bildung und Wissenschaft ein gemeinsamer Bildungs- bzw. Arbeitsmarkt verstärkt wiederbelebt wurde. Die damit verbundene erhöhte Mobilität von potenziellen international aktiven Fachkräften erfordert ein Neu- bzw. Umdenken bzgl. bestehender Qualifikationsstrukturen in allen Bildungsebenen sowie auch die Verbreitung von Wissen über aktuelle Bildungs- und Arbeitsmarktentwicklungen in den Regionen im Ostseeraum. Durch internationale Bildungsprogramme soll die Fachkräftemobilität gesteigert, international vernetztes und unternehmerisches Denken und Handeln gefördert sowie eine „globale berufliche Handlungskompetenz“ entwickelt werden.

Ausgehend von erfolgreichen Modellprojekten interregionaler beruflicher Bildung im Ostseeraum werden im Projekt BBVET zwei internationale auf ECVET basierende Aus- und Weiterbildungsprogramme im Bereich „Educational Technology“ und „Mechatronik“ entwickelt, um die Entfaltung und Pilotierung von nachhaltigen Kooperations- und Langzeitmobilitätsstrukturen zu unterstützen. Ziel ist es, den Anschluss der im Ausland erworbene Qualifizierung an nationale Bildungsstrukturen zu gewährleisten und individuelle Bildungschancen zu erhöhen.

Auf der Basis grenzüberschreitender Kooperationen entwickeln berufliche Schulen, Unternehmen und Bildungsdienstleister internationale Profile und eröffnen den Lernenden Zeitfenster, in denen sie einen Teil ihrer formalen Aus- und Weiterbildung im europäischen Ausland absolvieren können. Das Projekt BBVET agiert im Rahmen der Langzeitauslandsaufenthalte als eine Art berufliche Mobilitätsagentur und unterstützt den gesamten Auslandsaufenthalt, der sich je Berufsbildungsprogramm innerhalb eines Jahres über jeweils vier unterschiedliche Länder erstreckt.

Während der bereits im Jahr 2017 durchgeführten Train-the-Trainer Workshops in Schweden, Dänemark und Litauen bildete sich das teilnehmende schulische sowie betriebliche Bildungspersonal zu „multiprofessionellen, interkulturellen Fachteams“ weiter und entwickelte international ausgerichtete Curricula, die sich jeweils aus fünf nationalen Curricula zusammensetzten. Während auf der einen Seite die so genannten „Hard Skills“ im Fokus der strukturellen Zusammensetzung standen, wurden die Curricula andererseits auch auf der Grundlage eines Value-based-Learning-Ansatzes durch zahlreiche Soft Skills Module ergänzt.

Um zukünftige Arbeitsfelder in einer internationalisierten beruflichen Bildung aufzeigen und Berufsbildungspersonal professionalisieren zu können, werden von den Mitgliedern des Projektkonsortiums über ein Jahr lang wöchentliche Aufgaben- und Tätigkeitsanalysen durchgeführt. Um die in diesem Projekt innovative Verzahnung von Hard und Soft Skills in den internationalen Curricula und die damit einhergehende persönliche Weiterentwicklung der Lernenden im Ausland messen zu können, wird ein dänisches schulintern entwickeltes Messinstrument angewendet. Alle Daten werden dazu genutzt, den Return on Investment von Auslandsaufenthalten argumentativ zu untermauern, gleichwohl die individuelle Weiterentwicklung jedes einzelnen Azubis jederzeit im Vordergrund steht und durch den Europass sowie ein Transcript of Records transparent gemacht wird.

Aber nicht nur die Aus- und Weiterbildung der europäischen Teilnehmer steht im Projekt BBVET im Vordergrund, auch die internationale Professionalisierung des beteiligten Berufsbildungspersonals wird thematisiert sowie die europäische Vernetzung der beteiligten Unternehmen intensiviert. Die durchgeführten Auslandsaufenthalte der Lernenden erhöhen die Kommunikation der Praxispartner. Das betriebliche Aus- und Weiterbildungspersonal professionalisiert sich zudem auf internationaler Ebene im Rahmen der Betreuung der internationalen Aktivitäten der Auszubildende als Begleiter der Lernprozesse.

Des Weiteren wird die europäische Anerkennung der beiden internationalen Bildungsprogramme auf Grundlage von ECVET angestrebt und gegenwärtig vorbereitet. Das sich derzeit in Durchführung befindliche International Year liefert dafür praxiserprobte Entscheidungsgrundlagen für die internationale Validierung der Berufsbildungsprogramme nach ECVET-Kriterien, um individuelle Bildungswege zu ebnen. Es liefert Argumentationsgrundlagen für die Gestaltung einer stärker internationalisierten Qualifizierung und Professionalisierung von Berufsbildungspersonal (schulisch, betrieblich, außerschulisch/ überbetrieblich), für effiziente Anbahnungs- und Implementierungsstrukturen wirtschaftlicher Kooperationen sowie für die Eingliederung und Mobilität von Fachkräften in interregionalen Arbeitsmärkten.



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