BBFK 2021

WIE wollen
wir ARBEITEN?

Berufliches Lernen 
zwischen Tradition
und Transformation

7. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 8.-9.7.2021, Klagenfurt

Poster

Lernen im Online-Frauennetzwerk #dienetzwerkerinnen

Von:
Pauschenwein, Jutta; FH JOANNEUM, Österreich
Bruckner, Bernadette; inside|out communications

Session: Postersession
Zeit:
Typ: Poster
Stichworte: Frauen, Online-Netzwerk, Online-Kommunikation, E-Learning, MOOC

Im November 2019 startete das Laura Bassi Projekt #dienetzwerkerinnen. Die Laura Bassi Projektschiene 4.0 unterstützt Frauen, die Digitalisierung gestalten wollen. Kernidee des Projekts ist die Etablierung eines beruflich orientierten, teil-öffentlichen Online-Frauennetzwerks. Im ersten Jahr wird das Netzwerk innerhalb des Projektfrauenteams etabliert, im zweiten Jahr steht es für zumindest 100 weitere Frauen offen und im dritten Jahr können alle Interessierten - Frauen und Männer - an einem Massive Open Online Course (MOOC) zum Thema des Online-Netzwerkens teilnehmen.

Ziel des Projekts ist die Stärkung von Frauen im beruflichen Alltag, die Unterstützung bei der Bewältigung von Genderbarrieren und die Begleitung bei der Erforschung von Wegen zur Mitgestaltung des digitalen Wandels, damit Frauen Innovationen vorantreiben und Gestaltungsverantwortung übernehmen können. Frauen, die digitale Prozesse (in Teilen) verstehen und Erfahrungen mit Online-Werkzeugen gesammelt haben, können sich kritisch in den Diskurs zum digitalen Wandel einbringen.

Im Frauennetzwerk arbeiten die Frauen in einem moderierten Online-Prozess (Salmon, 2013) an ihren aktuellen beruflichen Problemstellungen und finden gemeinsam Lösungen, welche als Lernmaterialien mit einem starken Fokus auf visuellem Content als Open Educational Resources (OER) einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Interaktionen im Online-Netzwerk ermöglichen den partizipativen Austausch von implizitem und explizitem Wissen basierend auf dem Handlungs- und Erfahrungswissen der Teilnehmerinnen (Wenger, 2010). Das Lernökosystem wird dabei auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten. Der Austausch darin erfolgt situativ und „on the job“.

Der digitale Charakter des Netzwerks ermöglicht die zeitliche und örtliche Flexibilität. Gleich im ersten Projektmonat sozialisierten sich zehn Frauen aus dem Kernteam in einer Online-Plattform anhand vorbereiteter Fragestellungen. Am Ende der Online-Phase zeigten sich die Frauen von der Flexibilität der Online-Interaktion angetan – und reflektierten die Implikationen, die die Möglichkeit der kontinuierlichen Verfügbarkeit mit sich bringt. Sie waren erstaunt, wie viel an Vertrauen in einer moderierten Online-Gruppe entstehen kann.

Die Herausforderung in den ersten Projektmonaten besteht im Aufbau der technischen Infrastruktur, da mit den Daten aller Beteiligten respektvoll und rechtlich einwandfrei umgegangen wird. Während die Nutzung der Lernplattform der beteiligten Hochschule datenschutzrechtlich geklärt ist, brauchen Website, Messaging-Dienste für die mobile Kommunikation und die Nutzung von Videokonferenz-Tools aufwändige Abstimmungsprozesse mit Datenschutzbeauftragen und JuristInnen.

Im Lauf des Projekts erwerben die Frauen Netzwerkwissen und lösen Probleme gemeinsam online. Welche Probleme das jedoch sind, wurde im Antrag offengelassen. Bei der Diskussion im Kick-off im dritten Projektmonat tauchten viele Themen auf, wie etwa die Auseinandersetzung mit technischen Tools, das didaktische Design für die kontinuierliche Kooperation in einer Online-Gruppe, Beschäftigung mit Social Media, Analyse der eigenen Firmenwebseiten mit einem Fokus auf Contentstrategie, Auseinandersetzung mit dem Potential von Comics und vieles mehr.

In einem agilen, iterativen Prozess wird im Online-Netzwerk ein Schwerpunkt nach dem anderen behandelt. Dabei probieren die Frauen Tools aus, setzen sich mit Hintergrundwissen auseinander bringen ihre spezifische Sicht ein und reflektieren den Lernprozess (Schön, 1983, 1987). Die gemeinsamen Erfahrungen und Lösungswege für die eingebrachten Probleme werden dokumentiert, anonymisiert und online zur Verfügung gestellt. Gerade wenn der Großteil der Kooperation online passiert, ist eine gute Dokumentation wichtig.

Die Projektpartnerinnen sind die fünf Kleinstunternehmen Research & Data Competence, GUT Gender und Technik e.U., Hofwärts, blocksatz Müller e.U., und inside I out communications sowie das Großunternehmen Wirecard. Die Projektleitung liegt bei der Abteilung ZML-Innovative Lernszenarien der FH JOANNEUM. In diesem heterogenen Projektteam werden Konzepte und Ideen entwickelt, die für Frauen in unterschiedlichen Organisationen spannend sein können. Gerne öffnen #dienetzwerkerinnen ihr Online-Netzwerk für andere Frauen.



Weitere Abstracts

Aktuell

  • Die 7. BBFK beginnt

    08.07.2021

    in zwei Minuten, alles bereit, 240 TeilnehmerInnen angemeldet. Auch die Postergalerie ist online: ...

    Weiterlesen...

  • 2. Juli letzter Tag zum Anmelden!

    01.07.2021

    Die Anmeldung für die 7. BBFK wird am Freitag, 2.7.2021, geschlossen! Nutzen Sie die letzte Möglichkeit, sich noch rasch über ...

    Weiterlesen...