BBFK 2021

WIE wollen
wir ARBEITEN?

Berufliches Lernen 
zwischen Tradition
und Transformation

7. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 8.-9.7.2021, Klagenfurt

Poster

EKo-K.I.S.S.-Studie: «Ernährung & Konsum: Kinder ∙ Influencer*innen ∙ Social Media ∙ Schule» - Entwicklung programmatischer Mediendidaktik-Konzepte und Lehr-Lernmethoden für die Kompetenzentwicklung in der hochschulischen Aus- und Fortbildung zum Thema “Transfer informeller Ernährungs- und Konsum-Inhalte durch Social-Media-Influencer*innen”

Von:
Waldner, Ines; Pädagogische Hochschule Steiermark
Mittischek, Lisa; Karl-Franzens-Universität Graz

Session: Postersession
Zeit:
Typ: Poster
Stichworte: Influencer*innen, Social-Media, Ernährung und Konsum, Mediendidaktik

Digitale Technologien bestimmen mittlerweile sämtliche Lebensbereiche und führen zu immer rascheren gesellschaftlichen Transformationen. Insbesondere durch den Einfluss Sozialer Medien werden Sozialisierungsstrukturen in zunehmendem Maße verändert. Ein zentraler Faktor dieser Prozesse und Dynamiken ist die Gruppe der Influencer*innen, Youtuber*innen und Blogger*innen, welche als attraktive Multiplikator*innen im marketingstrategischen Fokus liegen und heutzutage bereits mehr Einfluss haben als klassische Medienformate. Die hohe Wirksamkeit dieser Content Creator*innen an sozialem Wandel wird in allen Diskursen sichtbar und formt Normen und Werte der gesamten Gesellschaft.

Während die Veränderungen in wachsendem Tempo voranschreiten, gibt es vergleichsweise wenig Forschungen und dementsprechend kaum Kompetenzentwicklungs- und Umsetzungsprozesse an Bildungsinstitutionen.

Von besonderer Bedeutung ist angesichts seiner substanziellen Alltagsdurchdringung der Bereich der Ernährungs- und Verbraucher*innenbildung. Kulturelle Kernkompetenzen in den Bereichen Ernährung und Konsum zählen zu den Prämissen einer reflektierten, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Lebensgestaltung und -bewältigung und damit zur Gesunderhaltung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Diese Nutrition- und Consumer-Literacy wird nicht über Sozialisation gesichert und muss in unseren demokratischen Sozialstrukturen, welche immer stärker Eigenverantwortung einfordern, als Bildungsanspruch aller Schüler*innen gesehen werden (vgl. D-A-CH Erklärung von 2009). In einer Gesellschaft, die von Klimaveränderungen, Umweltkrisen und zunehmenden Zivilisationskrankheiten und deren Folgen geprägt ist, und hinsichtlich der aktuellen, zukunftsträchtigen Thematik einer nachhaltigen, ökologischen Transformation des Ernährungs- und Konsumsystems, ist eine Schärfung des Ernährungs- und Konsum-Bewusstseins junger Menschen von eminenter Bedeutung.

Im Zuge des vom Zukunftsfonds Steiermark geförderten Projekts EKo-K.I.S.S. wird diese Thematik aufgegriffen, indem auf Basis von sozialwissenschaftlichen Untersuchungen mediendidaktische Konzeptionen für die Ernährungs- und Verbraucher*innenbildung an Schulen und Hochschulen entwickelt werden.

Die Leitfrage lautet: (Wie) wirken sich Influencer*innen, YouTuber*innen und Co. auf die Lebensrealität von jungen Menschen im Sinne der Nutrition und Consumer Literacy aus und welche fachdidaktischen Herausforderungen ergeben sich hieraus für eine gendersensible, intersektionelle Mediendidaktik?

Das Forschungsvorhaben beinhaltet ein mehrstufig angelegtes Design, bei dem sowohl die Perspektiven von Lehrpersonen und Studierenden, als auch von Kindern und Jugendlichen miteinbezogen werden. Für die Umsetzung der Forschung wurde in erster Linie ein qualitativer, empirischer Forschungszugang auf Basis von Diskursanalyse und Grounded Theory gewählt, welcher die Möglichkeit bieten, in die Tiefe zu forschen und Normen, Werte und latente, dahinter liegende Sinnstrukturen systematisch zu erfassen. Zusätzlich zur qualitativen Forschung werden als Ergänzung quantitative Online-Fragebögen genutzt, um sozioökonomische Daten u.ä. zu erheben und vergleichbar zu machen.

Ergebnisse werden als interaktiv gestaltete gendersensible und intersektionelle

Materialien und Handlungsempfehlungen nachhaltig an fachspezifisch lehrende Multiplikator*innen an (Hoch)Schulen weitergegeben.

Mithilfe dieses Forschungsprojekts soll ein weiterer Grundstein gelegt werden, um die digitale Lebensrealität der jetzigen und zukünftigen Generation mit adäquaten pädagogischen Mitteln nachhaltig abzubilden und entsprechende Kompetenzen an Bildungsinstitutionen auszubauen.

Auszug der Referenzen:

Linke, C., Wegener, C., Prommer, E. & Hannemann, M. (2019). Zur Sichtbarkeit von Gender in YouTube. Im Auftrag der Film- und Medienstiftung NRW und der MaLisa Stiftung. In: Weibliche Selbstinszenierung in den neuen Medien. Verfügbar unter: https://malisastiftung.

org/wp-content/uploads/Selbstinzenierungin-den-neuen-Medien.pdf [18.1.2020]

IMAS. (2017). IMAS Report. Kommunikationsforschung / What's the story? Von Influencern im YouTube Zeitalter. Wien. Verfügbar unter: http://www.imas.at/images/imas-report/2017/15_Kommunikationsforschung_What_is_the_story.pdf [18.1.2020]

Waldner, I. (2018). Reflexionen zur Relevanz der Influencer-Erscheinung in der zukünftigen Ernährungs- und Verbraucher*bildung. HiBiFo–Haushalt in Bildung & Forschung, 7(4), S. 105-121

Fleischer, S., Hajok, D. (Hg). (2019). Medienerziehung in der digitalen Welt: Grundlagen und Konzepte für Familie, Kita, Schule und Soziale Arbeit. Stuttgart: Kohlhammer GmbH

Tully, C. (2017). Jugend – Konsum – Digitalisierung: Über das Aufwachsen in digitalen Konsumwelten. Wiesbaden: Springer VS



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