Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Thematisches Forum

Konvergierende und divergierende Tendenzen: Übergänge zwischen Berufs-, Hochschul- und Weiterbildung im System des Lebenslangen Lernens

Von:
Lindemann, Barbara; Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland
Wahl, Johannes; Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland
Dittmann, Christian; Leibniz Universität Hannover, Deutschland
Meyer, Rita; Leibniz Universität Hannover, Deutschland
Berger, Klaus; Bundesinstitut für Berufsbildung, Deutschland
Iller, Carola; Stiftung Universität Hildesheim, Deutschland
Nittel, Dieter; Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland

Session: Thematisches Forum F8
Zeit: Freitag, 8.7.2016, 12:30 - 14:00
Ort: FH-SNP
Typ: Thematisches Forum
Stichworte: Übergang, Berufsbildung, Hochschulbildung, Weiterbildung, System des Lebenslangen Lernens

Problemlage und Gegenstand

Im Mittelpunkt des Forums steht die strukturelle Verbindung von bisher getrennten Feldern des (deutschen) Erziehungs- und Bildungswesen: Vor dem Hintergrund verschiedener Steuerungsimpulse und bildungspolitischer Debatten, wie zum Beispiel der nationalen Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens, zeigen sich in verschiedenen Segmenten des Erziehungs- und Bildungswesens deutliche Annäherungstendenzen: dies gilt für die berufliche Erstausbildung, die Erwachsenenbildung/Weiterbildung und den Tertiärbereich. Andere Bereiche, wie die betriebliche Weiterbildung, sind aufgrund eines geringen Institutionalisierungsgrades bislang kaum in das System des Lebenslangen Lernens integriert, das die Gesamtheit aller expliziten Bildungseinrichtungen umfasst. Allerdings zeigen sich auch hier Bestrebungen einer übergreifenden Koordination und Kooperation zwischen betrieblicher Bildung und anderen Bildungssegmenten, die vor allem durch die Forderung nach betrieblicher Mitbestimmung und sozialpartnerschaftlicher Gestaltung unterstützt wird.

Als ein Beispiel kann die finanzielle Förderung von Handwerkerinnen und Handwerkern sowie Fachkräften durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) in Deutschland oder das Fachkräftestipendium in Österreich angesehen werden. Im Rahmen dieser Förderungen werden unterschiedlichste Angebote der beruflichen Aufstiegsfortbildung unterstützt, um die individuellen Professionalisierungsprozesse zu befördern. Darüber hinaus werden auch verstärkt neue Institutionalisierungsformen geschaffen, die bspw. den Hochschulzugang von beruflich Qualifizierten ermöglichen. Hierbei werden auch spezifische Studienmodelle etabliert, die den Übergang zwischen beruflicher Bildung und dem Tertiärbereich vor dem Hintergrund einer lebenslangen Lernbiographie erleichtern sollen. Auch der Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung stellt eine Schnittstelle zwischen den beschriebenen Arbeitsfeldern im Bildungswesen dar.

Parallel zu diesen Entwicklungen, die sich auf die zunehmende Verschränkung der Bereiche auswirken und zur Durchlässigkeit des Bildungswesens beitragen, vollzieht sich eine Erweiterung der formalen Lern- und Bildungszeiten. Waren diese in vorigen Generationen überwiegend auf den Bereich der Jugend und des jungen Erwachsenenalters bezogen, so kann im Kontext des Postulats von lebenslangem Lernen eine Ausweitung dieses Zeitraums auf den gesamten Lebenslauf registriert werden. Dies führt nicht nur dazu, dass in der Forschung die Vielfalt des Lernens hinsichtlich seiner formalen, non-formalen und informellen Ausprägungen in den Mittelpunkt rückt, sondern dass in der Praxis diskontinuierliche Lern- bzw. Bildungsbiographien zunehmend als „Normalzustand“ angesehen werden.

Das Forum geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, wie sich die faktische Verschränkung zwischen der beruflichen Bildung, der Erwachsenenbildung/Weiterbildung und dem Tertiärbereich gestaltet. Auf Basis von verschiedenen empirischen Zugängen werden die Angebotsstrukturen an den Schnittstellen der Segmente in den Blick genommen und auch die semantischen Schnittmengen zwischen den verschiedenen pädagogischen Arbeitsfeldern anhand von institutionellen Selbstbeschreibungen fokussiert. Dabei werden Annäherungen aber auch divergente Entwicklungen im System des Lebenslangen Lernens sichtbar, deren Bedeutung im Forum diskutiert werden soll.

In diesem Zusammenhang wird auch danach gefragt, inwieweit sich die institutionelle Ausgestaltung von (neuen) Bildungsangeboten an den Übergängen zwischen Beruf und Hochschule in Deutschland und Österreich unterscheidet und welche Erfahrungen bei der individuellen Förderung und Unterstützung erwerbslebenslanger Weiterbildung in beiden Ländern vorliegen.

Erkenntnisgewinn

Durch die Verschränkung verschiedener empirischer Zugänge auf die Schnittstellen zwischen beruflicher Bildung, Erwachsenenbildung/Weiterbildung und Tertiärbildung werden einerseits die thematischen Felder identifiziert, an denen sich die Verbindung zwischen Arbeitsfeldern im System des Lebenslangen Lernens besonders deutlich zeigt. Andererseits rücken auch die gesellschaftlichen Funktionen dieser Bereiche in den Fokus, die auf je spezifische Art und Weise zur Prozessierung der individuellen Berufs- und Bildungsbiographien beitragen. Hierbei können auch Potentiale der Arbeitsteilung herausgestellt werden, die sich aus der zunehmenden Verschränkung der verschiedenen Segmente ergeben.

Jeder Einzelbeitrag endet mit ein bis zwei Thesen bzw. Diskussionsfragen, auf deren Grundlage eine 10-15 minütige moderierte Diskussion eingeleitet wird.



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