Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Thematisches Forum

„Entrepreneurship Education als Innovationskraft in der Berufsbildung oder als berüchtigte Praxis ohne Theorie?“

Von:
Liszt, Verena; Universität Kassel, Deutschland
Stock, Michaela; Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich
Kiss, Katharina; Bundesministerium für Bildung und Frauen, Wien, Österreich
Halbfas, Brigitte G.; Universität Kassel, Deutschland
Klusmeyer, Jens; Universität Kassel, Deutschland
Spangl, Susanne; Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Wien 10, Institut für Forschung und Entwicklung an der KPH Wien/Krems

Session: Thematisches Forum F5
Zeit: Donnerstag, 7.7.2016, 15:00 - 16:30
Ort: MAW-MIS
Typ: Thematisches Forum
Stichworte: Entrepreneurship Education, Theorie, Praxis

Problemlage und Gegenstand des Forums: Entrepreneurship Education kann oder ist vielleicht schon ein Thema ohne Theorie oder doch noch ein Motor in der Berufsbildung, der als allumschweifende Klammer das große gemeinsame in der beruflichen Ausbildung darstellt? Diese Frage kann eine Diskussion in der scientific community aufwerfen, die mehrere kritische Fragen behandelt: Was stellt Entrepreneurship Education dar, und besteht es ohne Grundfesten? Diesen Fragen und kritischen Punkten soll in einem Forum nachgegangen werden und dabei die Diskutanten und Diskutantinnen und Hörer/innen zu einem intensiven Austausch bewegen.
Inhalte und Personen: Das Forum startet mit einem Vortrag (von Verena Liszt) über die Entstehung der Entrepreneurship Education und bietet den Zuhörer/innen die Möglichkeit einer kurzen Zeitreise und auch die Möglichkeit für thematisch unerfahrene Teilnehmer/innen Einblicke in die Inhalte, Themen und Ansätze der Entrepreneurship Education im deutschsprachigen Raum zu erfahren. Dabei erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Definitionen und Begrifflichkeiten zur Entrepreneurship Education unter Beachtung der bisherigen Bedeutung der Entrepreneurship Education in der beruflichen Bildung (einschließlich Hochschulbildung).
Nach einem einleitenden Vortrag wird die Diskussionsrunde kurz vorgestellt, wobei ein Statement (ca. 5 Min.) von jedem/jeder Teilnehmer/in zur Entrepreneurship Education vorgetragen wird. Hierzu haben wir als Diskutant und Diskutantinnen folgende Personen gewinnen können:
• Uni.-Prof. Dr. Michaela Stock (Wissenschaft-Wirtschaftspädagogik): Institutsleiterin Wirtschaftspädagogik an der Karl-Franzens-Universität Graz; Entrepreneurship Education als Teil der wissenschaftlichen Berufs(vor)bildung an der Karl-Franzens-Universität Graz. „Lehre im Bereich Entrepreneurship Education hat auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu basieren und muss sich so auch nach den Bedarfen der Lernenden ausrichten, d.h. sie kann nicht einem einheitlichen didaktischen Konzept bzw. Ansatz folgen. Die Entwicklung von unternehmerischem Denken und Handeln wird immer mehr auch Bestandteil der universitären Lehre – curricular wie auch außercurricular.“
• MR OStR Mag. Katharina Kiss (Verwaltung-Bundesministerium): Leiterin der pädagogischen Fachabteilung für kaufmännische Schulen und Bildungsberatung, Bundesministerium für Bildung und Frauen, Wien. „Das drei Ebenen Modell der Entrepreneurship Education in Österreich steht für Selbständigkeit in unterschiedlichen Facetten. Die Ebene 1 meint die selbständige unternehmerische/berufliche Tätigkeit; Ebene 2 die Kultur der Selbstständigkeit und Ebene 3 die Kultur einer dynamischen Zivilgesellschaft. Meiner Einschätzung nach, ist die kaufmännische Schule auf einem guten Weg zum Ziel die Schüler/innen und deren Entwicklung hinsichtlich der Selbständigkeit zu mündigen und mitverantwortlichen Menschen zu begleiten.“
• Prof. Dr. Brigitte Halbfas (Wissenschaft-Entrepreneurship Education): Fachbereichsleiterin Fachgebiet Entrepreneurship Education und Leiterin des Forschungs- und Lehrzentrums für unternehmerisches Denken und Handeln an der Universität Kassel. „Wir als Lehrende sind der Meinung, dass wir Entrepreneurship Education lehren und anwenden. Dazu gibt es zahlreiche Beispiele an Hochschulen als Schwerpunktfach oder als einzelne Kurse, ebenso wie an beruflichen Schulen. Wir beschäftigen uns in Untersuchungen mit Entrepreneurship Education, mit besonderem Blick auf das unternehmerische Denken und Handeln unserer Schüler/innen und Studierenden. Ich stelle mir aber selbstkritisch die Frage, ob uns dabei die Theorien und Konzepte, die wir verwenden, immer klar sind.“
• Prof. Dr. Jens Klusmeyer (Wissenschaft-Wirtschaftsdidaktik): Institutsleiter ‚Institut für Berufsbildung (IBB)‘ und Fachgebietsleiter ‚Wirtschaftsdidaktik‘ an der Universität Kassel. „‘Entrepreneurship Education‘ ist ein multidisziplinär genutzter Begriff und entsprechend ‚unscharf‘. Im öffentlichen Schulwesen benötigt er eine bildungstheoretische Legitimierung und curriculare Einordnung. Hierüber gewinnt er an ‚Schärfe‘, verliert aber seinen (scheinbar) innovativen Charakter.“
• Mag. Susanne Spangl (Praxis): Lehrerin an der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Wien 10, Mitarbeiterin am Institut für Forschung und Entwicklung an der KPH Wien/Krems (Mitglied des Forschungsteams im Erasmus+ KA3 Entrepreneurship Projekt Youth Start). „Jede Schülerin und jeder Schüler kann als Entrepreneur auf unterschiedlichste Weise erfolgreich sein. Wenn es gelingt, die Schüler/innen zu begeistern, können die vielen Begabungen sichtbar gemacht und die Schüler/innen ermutigt werden. Die Entrepreneurship Education kann damit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Early School Leaving leisten und dies wird auch unter anderem in der Begleitforschung zum Youth Start Projekt erhoben.“
• Moderation: Verena Liszt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Entrepreneurship Education an der Universität Kassel. Verena Liszt wird zum einen mittels vorbereiteter Fragen als auch mit Fragen aus dem Publikum die Diskussion leiten.
Ablauf Forum:
1. Verena Liszt stellt in einer kurzen Präsentation eine Zeitreise der Entrepreneurship Education dar.
2. Methode des Forums wird dem Publikum erklärt.
3. Die Teilnehmer/-innen des Forums und ihre Statements werden vorgestellt.
4. Die Diskussion startet dann mit einer ersten Frage.
Methode: Das Forum bietet eine große Diskussionsrunde an, in der natürlich auch das Publikum mitwirken soll. Im Forum soll die Einbindung des Publikums auf eine Art durchgeführt werden, die die Möglichkeit eröffnet mehr Themen zu sammeln und auch Personen, die weniger sprechen wollen, sondern nur ein Wort in die Runde geben wollen, einlädt. Aus diesem Grund werden Moderationskärtchen verteilt, die von den Zuhörern und Zuhörerinnen befüllt werden sollen und als Einwurf in die Diskussion gegeben werden. Diese Möglichkeit wird zu Beginn erklärt und die Karten werden verteilt. Dabei sollen die Karten bei Wort- oder Schriftmeldung hochgehalten werden. Alle Karten werden gesammelt und in die Diskussion gegeben. Das bedeutet es werden auf einer Tafel die Themen der Diskussion gesammelt. Einerseits werden Meldungen gesammelt, die für Entrepreneurship Education als Innovationskraft stehen. Andererseits werden Themen zu der Diskussion um Praxis-Theorie-Verschränkung gesammelt.
Beabsichtigter Erkenntnisgewinn: Ziel des Forums ist es mit der Unterstützung des Publikums Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen. Dabei werden durch die Diskussion und die Anmerkungen des Publikums (visuell unterstützt durch die Anbringung der Meldungen auf einer Tafel), der aktuelle Stand der Entrepreneurship Education sowie dessen Ansehen in der Forschung festgehalten. Ebenso werden natürlich kritische Stimmen zur Entrepreneurship Education in der beruflichen Bildung diskutiert. Diese kritischen Anmerkungen werden ebenfalls (visuell) gesammelt und dienen der Forschungscommunity als mögliche neue Forschungsrichtungen. Die Visualisierung auf der Tafel stellt letztlich eine bildliche Zusammenfassung des Forums dar, welches natürlich von einer mündlichen Zusammenfassung gerahmt wird.



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