Bildung = Berufsbildung?!

 

6. Österr. Berufsbildungsforschung Konferenz, 5.-6.7.2018, Steyr/OÖ

Poster

Vom Bibliothekskatalog zum Repositorium: „Fachinformationsversorgung 4.0“ für die Berufsbildungscommunity im deutschsprachigen Raum

Von:
Linten, Markus; Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Deutschland

Session: Postersession
Zeit: Donnerstag, 7.7.2016, 14:15 - 15:00
Typ: Poster
Stichworte: Berufsbildungsforschung, Literaturdokumentation, Repositorium, Fachinformationsrecherche

Forschungsgegenstand/Entwicklungsprojekt

Die Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB) existiert seit über 20 Jahren und ist die einzige Referenzdatenbank zur Berufsbildungsforschung und -praxis in Deutschland. Sie leistet eine kontinuierliche, umfassende und zeitnahe Literatur- und Fachinformationsversorgung auf dem Gebiet der Berufsbildung. Die LDBB hat derzeit (Januar 2016) einen Bestand von ca. 60.000 Literaturnachweisen bei einem jährlichen Zuwachs von 1.500 Nachweisen.

Erfasst werden auch wichtige internationale Informationsquellen zur vergleichenden Berufsbildungsforschung, insbesondere solche aus dem deutschsprachigen Raum (Schweiz und Österreich). Damit greift die LDBB aktuelle Themen und Trends in der nationalen und in den letzten Jahren auch der europäischen Berufsbildung auf.

Alle Literaturnachweise zeichnen sich durch eine qualitativ hochwertige Erschließung aus und sind mit Schlagwörtern, Klassifikationen und Abstracts versehen, in zunehmendem Maße mit Volltexten verlinkt und mit Rezensionen angereichert. Qualitätskriterien sind fachliche Relevanz, Aktualität/Neues, Glaubwürdigkeit von Quelle und Urheber.

Der Wandel der Publikationspraxis in Wissenschaft und Forschung erfordert einen weiteren Ausbau der Informationsdienstleistungen wissenschaftlicher Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen. Im BIBB ist der Aufbau eines fachlichen Repositoriums mit der LDBB als Kern bzw. Grundlage geplant, denn bisher fehlt ein Repositorium speziell für die Berufsbildungsforschung.

Das Entwicklungsprojekt „Repositorium im BIBB: Klärung möglicher Aufbauoptionen“ (Laufzeit September 2013 bis Mai 2014) knüpft an die bisherigen Aktivitäten des Instituts zum Thema Open Access an und ist als Fortführung der im März 2011 verabschiedeten Open-Access-Policy zu sehen.

Stand der Forschung/Entwicklungsbedarf

Die Langzeitarchivierung wissenschaftlicher Literatur wird heute in zahlreichen Wissenschaftsdisziplinen durch sogenannte Repositorien sichergestellt. Hierbei handelt es sich um Volltextserver, über die systematisch qualitätsgesicherte wissenschaftliche Literatur bereitgestellt wird. In Deutschland gibt es zurzeit rund 180 Repositorien, weltweit über 2.600.

Die Gewährleistung langfristiger Verfügbarkeit der dort abgelegten Volltexte ist zentrale Funktion von Repositorien. Ein Repositorium speziell für die Berufsbildungsforschung existiert zurzeit nicht. Allerdings gibt es in der deutschen Fachinformationslandschaft drei Repositorien für wichtige Bezugsdisziplinen der Berufsbildungsforschung.

Forschungsmethode/Projektansatz

Um festzustellen, inwieweit bereits bestehende Repositorien den Gegenstandsbereich Berufsbildung abdecken, wurde im Juni 2015 eine Marktanalyse durchgeführt. Zwar existiert in Deutschland bislang kein Repositorium speziell für die Berufsbildungsforschung. Allerdings gibt es in der Fachinformationslandschaft vier Repositorien für Bezugsdisziplinen der Berufsbildungsforschung: peDOCS (Erziehungswissenschaften), SSOAR (Sozialwissenschaften), EconStor (Wirtschaftswissenschaften) und im internationalen Kontext das ERIC Online Submission System (Erziehungswissenschaften, international).

Als Bezugsgröße fungierte bei allen Recherchen die vom BIBB herausgegebene Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB). Diese verweist zwar auch auf Publikationen im Volltext, jedoch verfügt sie im Unterschied zu Repositorien über keinen eigenen Volltextserver zur dauerhaften Speicherung der Publikationen.

Im Ergebnis untermauern die verschiedenen formalen und inhaltlichen Recherchen, dass das breite Themenspektrum der Berufsbildung in den hier analysierten Repositorien nicht einmal ansatzweise abgedeckt wird. Viele Rechercheergebnisse tendierten in allen vier Repositorien gegen Null.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Insgesamt ist zu konstatieren, dass es weder in Deutschland noch international ein Repositorium gibt, das Fachpublikationen der deutschen oder internationalen Berufsbildungscommunity in zufriedenstellendem Umfang nachweist. Das BIBB als zentraler Akteur im Bereich der Berufsbildung in Deutschland will daher ein Repositorium speziell für die Berufsbildungsforschung aufbauen, da nur mit diesem Alleinstellungsmerkmal ihre Sichtbarkeit erhöht und die qualitativ hochwertige Auswahl von relevanten Publikationen nachhaltig gesichert werden kann.

Das Repositorium legt seinen Fokus auf den deutschsprachigen Raum (AT, CH, D), wird jedoch u.a. durch internationale Kooperationspartner (CEDEFOP, UNEVOC) zunehmend auch englischsprachige Fachliteratur aus dem europäischen und außereuropäischen Raum berücksichtigen.

Referenzen

Wie und wo finde ich die Nadel im Heuhaufen? : Repositorien als Wissensspeicher für die Berufsbildung / Markus Linten ; Bodo Rödel ; Christian Woll. - In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik. - 110 (2014), H. 3, S. 439-441



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